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EU BMR

Im Unterschied zu vielen anderen Ländern hat sich Europa dafür entschieden ein Gesetz zum Übergang der Benchmarks zu entwerfen.

Zukünftig nur Neugeschäfte unter Auflagen in EU-BMR-kritischen Benchmarks

Die Verordnung (EU) 2016/1011 über Indizes, die bei Finanzinstrumenten und Finanzkontrakten als Referenzwert oder zur Messung der Wertentwicklung eines Investmentfonds verwendet wird –EU-Benchmark-Verordnung oder kurz EU BMR – wurde am 29.06.2016 im Europäischen Amtsblatt veröffentlicht und ist zum 01.01.2018 in Kraft getreten. Als europäische Verordnung ist die EU BMR in den Mitgliedsstaaten als unmittelbar geltendes Recht anzuwenden und betrifft Indizes, die bei Finanzinstrumenten als Referenzwert, bei Finanzkontrakten als Referenzwert oder zu Messung der Wertentwicklung eines Investmentfonds verwendet werden.

Im Rahmen der EU BMR wird zwischen kritischen, signifikanten und nicht-signifikanten Referenzwerten unterschieden. Die Einstufung in eine der Kategorien beruht auf Schwellwerten, die in den Art. 20, 24 und 26 definiert werden. Aktuelle kritische Benchmarks sind Eonia, Euribor, LIBOR, STIBOR und WIBOR.

Kritische Benchmarks unterliegen strengeren und spezifischeren Anforderungen als andere Arten von Benchmarks. Die EU BMR stellt Ansprüche sowohl an die für die Berechnung der Benchmark verwendeten Daten, als auch an die Berechnungsmethodik selbst. Bis 2022 haben kritische Benchmarks eine Fristverlängerung erhalten. Der Regulator kann Panelbanken nun bis zu fünf Jahren an der Teilnahme der Panels verpflichten. Die European Securities and Markets Authority (ESMA) stellt eine Datenbank aller Bechmarks und deren Administratoren zur Verfügung.

Die zur Ermittlung herangezogenen Daten müssen folgende Anforderungen erfüllen:

  • Müssen den Markt oder die wirtschaftliche Realität, die der Benchmarks misst, genau und zuverlässig abbilden.
  • Sollen, falls vorhanden und angemessen, Transaktionsdaten sein. Falls nicht, ist die Verwendung von Schätzpreisen, Kostenvoranschlägen oder anderen Werten erlaubt. Beide Quellen müssen überprüfbar sein.
  • Die Veröffentlichung klarer Richtlinien bezüglich der Datentypen, der Priorität der Verwendung der verschiedenen Datentypen ist erforderlich.
  • Daten von Kontributoren müssen von einem zuverlässigen und repräsentativen Gremium oder Stichprobe von Kontributoren eingeholt werden.

Die Methodik der Berechnung muss folgenden Anforderungen entsprechen:

  • Robustheit und Zuverlässigkeit
  • Klare Vorschriften, wie und wann ein Ermessensspielraum ausgeübt werden kann
  • Genaue und kontinuierliche Validierung, inkl. Rückvergleichen mit verfügbaren Transaktionsdaten möglich
  • Belastbare Methode, die sicherstellt, dass zur Ermittlung ein möglichst breites Spektrum unterschiedlicher Umstände herangezogen wird, ohne dass seine Integrität gefährdet wird
  • Nachvollziehbarkeit und Nachprüfbarkeit

Darüber hinaus müssen die Administratoren der Benchmarks auch die Transparenz der Methodologie offenlegen, indem sie beispielsweise die Schlüsselelemente der Methodik veröffentlichen und die Einzelheiten der internen Überprüfung und Genehmigung einer bestimmten Methodik sowie die Häufigkeit dieser Überprüfungen angeben.

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Christian Behm
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