PRIIP KIDs

»Um der Komplexität der regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden, braucht es ein maßgeschneidertes Servicepaket. Dafür sorgen wir mit interdisziplinären Expertenteams.«

Thomas Hungerkamp, Partner LPA

MiFIR

Die Verordnung MiFIR ergänzt und ersetzt bestehende Pflichten – wir bringen die Neuerungen in Einklang mit Ihrem Geschäftsmodell.

Unser Service rund um MiFIR im Überblick

MiFIR und der regulatorische Hintergrund

MiFIR (»Markets in Financial Instruments Regulation«) ist eine EU-Verordnung, die am 03. Januar 2018 zeitgleich mit der überarbeiteten Richtlinie über Märkte in Finanzinstrumente, MiFID II (»Markets in Financial Instruments Directive«), anwendungspflichtig wurde. Im Gegensatz zu MiFID II, deren Bestimmungen von den jeweiligen nationalen Behörden bis 03. Juli 2017 jeweils in nationales Recht umzusetzen waren, bedurfte MiFIR aufgrund ihres Charakters als Verordnung keinerlei weiterer Umsetzung durch die nationalen Gesetzgeber.

MiFIR ergänzt in weiten Teilen die am 16. August 2012 in Kraft getretene »European Market Infrastructure Regulation« (EMIR), deren primäre Zielsetzung in der Regulierung des außerbörslichen (Over-the-Counter-)Derivatehandels liegt. Dies wird erreicht, indem durch die Einführung einer Handelsplatzpflicht für bestimmte clearingpflichtige OTC-Derivate eine weitere zentrale Forderung der auf dem G20-Gipfel in Pittsburgh beschlossenen Reformagenda für eine strengere Regulierung des Handels mit OTC-Derivaten umgesetzt wird.

Da MiFIR selbst jedoch weitgehend auf Regelungen der MiFID II verweist (insbesondere hinsichtlich Begriffsdefinitionen) stellt MiFIR somit auch ein Bindeglied zwischen EMIR und MiFID II dar.

Was ändert sich durch MiFIR?

Schwerpunkte der Verordnung betreffen insbesondere marktbezogene Themen und liegen in einer starken Ausweitung von Vor- und Nachhandelstransparenzpflichten, umfangreichen Vorschriften bzgl. der Meldung von Geschäften in Finanzinstrumenten sowie der Einführung einer Handelsplatzpflicht und entsprechenden Clearinganforderungen für bestimmte OTC-Derivate. Ferner werden der ESMA (»European Securities and Markets Authority«) und den nationalen Behörden Befugnisse zur Produktintervention zugestanden.

Weitere Veränderungen durch MiFIR betreffen folgende Bereiche:

Vor- und Nachhandelstransparenzpflichten

MiFIR erweitert die Transparenzanforderungen zu den bereits bestehenden und unter MiFID I eingeführten Vor- und Nachhandelstransparenzpflichten für den Aktienhandel an regulierten Märkten um Eigenkapitalinstrumente (ETFs, Zertifikate etc.) und Nichteigenkapitalinstrumente wie zum Beispiel Derivate, Anleihen und andere strukturierte Finanzinstrumente. Darüber hinaus wird angestrebt, dass bilateral gehandelte OTC-Produkte an OTFs (»Organised Trading Facilities«) gehandelt werden. Für die nach MiFID II regulierten Handelsplattformen RM (»Regulated Markets«), MTF (»Multilateral Trading Facilities«) und OTF werden identische Vorschriften für die Vor- und Nachhandelstransparenz angewendet. Für »Systematische Internalisierer« (SI) weicht die Vorhandelstransparenz von jener der regulierten Handelsplattformen jedoch ab. Die Vorhandelstransparenz umfasst so die Veröffentlichung aktueller Geld-/ Briefkurse und die Markttiefe. Die Nachhandelstransparenz bedingt eine zeitnahe Veröffentlichung von Preisen, Volumen und Handelszeitpunkten.

Transaktionsreporting

MiFIR ersetzt die bestehenden Reportingvorschriften nach WPHG §9 und stellt umfassende und detaillierte Anforderungen an Informationen über Geschäfte mit Finanzinstrumenten, die zukünftig entweder durch das meldepflichtige Institut selbst oder durch Nutzung eines ARMs (»Approved Reporting Mechanism«) als Informationsintermediär an die nationalen Aufsichtsbehörden zur Weiterleitung an die ESMA übermittelt werden müssen. Betroffen von diesen Vorschriften sind dabei alle Finanzinstrumente, die zum Handel zugelassen sind oder die an einem Handelsplatz gehandelt werden sowie Finanzinstrumente, deren Basiswert ein an einem Handelsplatz gehandeltes Finanzinstrument oder Index ist.

Clearinganforderungen

MiFIR regelt verschiedene Anforderungen an das Clearing von Derivaten, denn mit Inkrafttreten der Verordnung sind börsengehandelte Derivate verpflichtend über zentrale Gegenparteien (CCPs) zu clearen. Clearingmitglieder und Kunden, die Teil einer indirekten Clearingvereinbarung sind, müssen daher höhere Anforderungen im Bereich Vertragswerk und Sicherheitensegregation erfüllen. Zusätzlich werden für Clearingprozesse höhere Standards bezüglich zeitlicher Fristen und Informationsweitergabe zwischen CCPs, Clearingmitgliedern und Kunden gefordert. Die neuen Regelungen sind dabei eng mit der Handelsplatzpflicht für OTC-Derivate verknüpft, die ebenfalls als Teil der MiFIR eingeführt wurde.

Handelsplatzpflicht

Die Handelsplatzpflicht gilt für clearingpflichtige und als liquide klassifizierte Derivategeschäfte. Zukünftig sind diese Kontrakte über autorisierte Handelsplätze, umfassend regulierte Märkte (RMs), multilaterale Handelssysteme (MTFs) und organisierte Handelssysteme (OTFs) abzuschließen. Die Neuerungen implizieren für Marktteilnehmer Anpassungsaufwände im Vertragswesen, bei Handelssystemen und in der Derivateabwicklung.

Produktintervention

MiFIR enthält ferner umfangreiche Regelungen zur Produktintervention. Diese sollen es der ESMA und den jeweiligen nationalen Behörden unter bestimmten Voraussetzungen ermöglichen, die Vermarktung, den Vertrieb oder den Verkauf von bestimmten Produkten zu beschränken oder gar zu verbieten.

MiFIR: Diese Services bieten wir Ihnen

Wir unterstützen Sie im Rahmen eines modularen, passgenauen Vorgehens, das sich in zwei aufeinanderfolgende Stufen teilt. So werden wir der Komplexität der regulatorischen Anforderungen gerecht und gewährleisten eine sowohl ressourcenschonende als auch effiziente Implementierung der einzelnen Vorschriften, die im Einklang mit Ihrem bestehenden Geschäftsmodell steht.

Identifizierung von Handlungsbedarfen und Richtungsentscheidungen:

  • Impact Assessment, um betroffene Geschäftsbereiche zu identifizieren
  • Analyse betroffener Strategien, Prozesse und Systeme
  • Identifizierung von Handlungsfeldern
  • Planung und Festlegung des Umsetzungsvorgangs

Konzeptionierung und Umsetzung:

  • Zielbildentwicklung und Erarbeitung von Richtungsentscheidungen
  • Erarbeitung und Konzept zur konkreten Umsetzung
  • Unterstützung bei der Auswahl und Anbindung an Informationsintermediäre (ARM, APA)
  • Erstellung von Detailkonzepten sowie Maßnahmenplanung und finale Umsetzung
  • Implementierung organisatorischer Anpassungen
  • Implementierung technischer Anpassungen und entsprechendes Testmanagement

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie wir Sie um Umfeld von MiFIR unterstützen?

Thomas Hungerkamp
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