ESTER – der neue EZB-Geldmarktzins
IBOR-Reform / News
24. Mai 2018

ESTER – der neue EZB-Geldmarktzins

Die EZB hat am 18.05.2018 angekündigt, dass bis 2020 der neue Tagesgeldsatz ESTER (euro short-term rate) eingeführt wird. ESTER soll als EONIA-Nachfolger positioniert werden. Dies wurde erforderlich, nachdem der Versuch des European Money Markets Institutes (EMMI) fehlschlug, EONIA an die neue Benchmark-Regulierung (EU BMR) anzupassen. Der neue Referenzzinssatz basiert ausschließlich auf von Banken gemeldeten, realen Transaktionen (täglich fällig, unbesichert).

Zusätzlich kann ESTER als Basis eines EURIBOR-Fallbacks dienen. Dies wird wichtig, falls die EURIBOR-Reform ebenfalls scheitert. Die Entwicklung konformer Risk-Free-Rates (RFRs) ist in anderen Währungen vergleichbar und dort teilweise bereits weiter fortgeschritten.

 

Reform der Referenzzinssätze

Mit den in 2013 durch die IOSCO veröffentlichten „Principles for Financial Benchmarks“ hat die regulatorische Aufarbeitung des „LIBOR-Skandals“ begonnen. Die EU hat diese mit den Verordnungen EU 2016/1011 und EU 2017/1147 in Europäisches Recht überführt. Bereits ab 2020 dürfen hiernach im Neugeschäft für alle als relevant eingestuften Zinssätze nur noch konforme Referenzzinssätze verwendet werden. Der heutige LIBOR und EURIBOR sowie EONIA wurden als relevant klassifiziert, sind jedoch nicht konform. Eine unveränderte Weiterführung dieser Referenzzinssätze ist somit nicht möglich, weshalb geeignete Maßnahmen erforderlich werden.

 

Nächste Schritte

In der Konsultationsphase von Mai bis August wird ESTER eingehend unter Marktbedingungen getestet. Mit dieser zweiten Konsultation werden weitere Erkenntnisse erwartet, welche zum Ende des dritten Quartals 2018 veröffentlicht werden sollen. Ziel ist, ESTER bis spätestens zum vierten Quartal 2019 einzuführen. Dieses Datum wird durch viele Marktteilnehmer als eng angesehen, da für einen reibungslosen Übergang bis Januar 2020 ein funktionierender und liquider ESTER-Swapmarkt etabliert sein muss.

Für weiterführende Informationen lesen Sie bitte hier: https://www.l-p-a.com/risk-quant-consulting/ibor-reform/

Christian Behm
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Christian Behm, CFA, ist seit 2004 bei LPA. Er verfügt über breite Erfahrungen im Bereich der Bankenberatung mit einem Kapitalmarktfokus. Als Partner verantwortet er den Geschäftsbereich Risk & Quant Consulting und betreut große Kundenmandate.

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