Geistesblitz 02/19
Geistesblitz
20. Februar 2019

Geistesblitz 02/19

5-jährige Sicherung eines Höchstzinssatzes durch den „Zinscap mit bedingter Prämie“

Vorbemerkung

Im aktuellen Zinsumfeld sind Zinssicherungen längerfristiger Finanzierungen weiterhin sehr stark nachgefragt. Kurz- bis mittelfristige Zinssicherungen sind hingegen relativ selten anzutreffen. Viele variabel finanzierte Unternehmen verzichten auf ergänzende Sicherungsinstrumente in Form von Zinsswaps, Zinscaps oder maßgeschneiderten Lösungen.

Die wesentlichen, gegen eine Zinssicherung vorgebrachten, Argumente im aktuellen Umfeld sind zumeist a) die enthaltenen Kosten und b) die eingeschränkte Flexibilität. Im Hinblick auf die Kosten (bspw. der gegenüber dem Geldmarktsatz erhöhte Swapsatz oder die Prämie im Zinscap) wird zudem bemängelt, dass diese unabhängig davon entstehen, ob die Zinssicherung im Nachhinein Nutzen stiftet. Bezogen auf die Flexibilität würde eine Zinssicherung dann besonderen Nutzen stiften, wenn sie erst aktiviert würde, sofern das Zinsniveau (bspw. der Swapsatz der Restlaufzeit) ein zuvor definiertes Niveau erreicht.

Der aktuelle Geistesblitz stellt mit dem „Zinscap mit bedingter Prämie“ eine attraktive Möglichkeit für Unternehmen dar, ihr Zinsrisiko eines steigenden 3-Monats Euribor einzudämmen, ohne im Gegenzug bereits heute Mehrkosten in Kauf zu nehmen.

Marktüberblick (15.02.2019)

3-Monats Euribor -0,3090% p.a.
5-Jahres Swap 0,1600% p.a.
5-Jahres Swap (mit 0%-Floor) 0,4100% p.a.

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung des 3-Monats Euribor und des 5-Jahres Swap-Satzes in den letzten 5 Jahren.

Zinscap mit bedingter Prämie

Produktbeschreibung

Ihr Kunde hat für die nächsten 5 Jahre einen Finanzierungsbedarf über 5 Mio. EUR. Die Finanzierung bedient er auf Basis des 3-Monats Euribor. Das nach wie vor sehr niedrige Zinsniveau möchte er nutzen und weiterhin variabel finanziert bleiben. Mittelfristig erwartet Ihr Kunde niedrige Kapitalmarktzinsen und vermutet erst bei sich abzeichnenden EZB-Leitzinserhöhungen nennenswert steigende Kapitalmarktzinssätze.

Als Ausgangssituation wird angenommen, dass der Kunde aus eigenen Risikoerwägungen oder auf Initiative der finanzierenden Bank eine Zinsobergrenze einziehen möchte bzw. muss, sobald der Swapsatz der Restlaufzeit deutlich anzieht bzw. ein im Vorhinein definiertes Niveau erreicht (oder übersteigt).

Für die Absicherung ist er bereit, eine annualisierte Prämie zu entrichten. Insbesondere bei weiterhin niedrigeren Zinsen möchte er die Prämienbelastung so gering wie möglich halten. Im Umfeld steigender Zinsen ist ein Anstieg der Zinslast für ihn allerdings akzeptabel. Diese Zielvorstellungen finden sich im „Zinscap mit bedingter Prämie“ wieder.

Rahmendaten der Ausgestaltung

Laufzeit 5 Jahre ab heute
Zinszahlung vierteljährlich, act/360
Zinsobergrenze (Cap) auf den 3-Monats Euribor 1,00% p.a.
Bedingte Prämie 0,00% p.a., wenn Referenzsatz kleiner 0,80%, andernfalls 1,00% p.a.
Referenzsatz Jahr 1 5-Jahres CMS-Satz i.a.*
Referenzsatz Jahr 2 4-Jahres CMS-Satz i.a.*
Referenzsatz Jahr 3 3-Jahres CMS-Satz i.a.*
Referenzsatz Jahr 4 2-Jahres CMS-Satz i.a.*
Referenzsatz Jahr 5 1-Jahres CMS-Satz i.a.*

*: Die Feststellung der Referenzsätze erfolgt jeweils am Ende einer vierteljährlichen Zinsperiode („i.a.“ = „in arrears“)

Chancen und Risiken aus Kundensicht

Chancen

  • Ihr Kunde sichert sich eine planbare Zinsobergrenze für seine variable Finanzierung.
  • Ihr Kunde kann weiterhin an niedrigen EUR-Zinsen partizipieren. Auf Basis aktueller Marktdaten (aktuelle Feststellung) würde Ihr Kunde seinen Zinssatz ggü. dem alternativen 5-Jahres Swapsatz um ca. 0,47% p.a. reduzieren.
  • Ihr Kunde leistet nur dann eine Prämie i.H.v. 1,00% p.a., wenn der Swapsatz der Restlaufzeit (hier näherungsweise als Referenzzins definiert) mit oder über 0,80% festgestellt wird.
  • Auf Basis aktueller Marktdaten (Terminzinsen) würde Ihr Kunde in keiner der Zinsperioden die bedingte Prämie zu entrichten haben.

Risiken

  • Die Zinsobergrenze auf den 3-Monats Euribor (exkl. bedingter Prämie) i.H.v. 1,00% p.a. liegt 0,84% p.a. oberhalb des alternativen Swapsatzes.
  • Wird der Referenzzins am Ende der Zinsperiode mit oder über 0,80% festgestellt, hat Ihr Kunde für diese Zinsperiode eine Zinscap-Prämie von 1,00% p.a. zu leisten.
  • Im ungünstigsten Fall zahlt Ihr Kunde einen 3-Monats Euribor begrenzt durch die Zinsobergrenze i.H.v. 1,00% p.a. zzgl. einer bedingten Prämie i.H.v. 1,00% p.a. (in Summe 2,00% p.a.)

 

Fazit

Der neue Geistesblitz „Zinscap mit bedingter Prämie“ zeigt Ihrem Kunden eine Möglichkeit, seinen Zinssatz gegen einen deutlichen Anstieg des 3-Monats Euribor mittels eines Zinscaps abzusichern, ohne dafür im Falle einer zurückhaltenden Zinsentwicklung eine Prämie leisten zu müssen. Ob aus eigenen Risikoerwägungen oder auf Initiative der finanzierenden Bank kann so eine Zinsobergrenze eingezogen werden, die je nach Zinsentwicklung kostenfrei bleibt. Erst bei nennenswert steigenden Zinsen – wenn der Swapsatz der Restlaufzeit das vorab definierte Niveau überschreitet – wird eine Prämie fällig.

Zum Verfasser
Jan-Henning Becker

Jan-Henning Becker ist Senior Manager bei LPA im Bereich Distribution Advisory. Er hat über 10 Jahre Kapitalmarkterfahrung und arbeitete vor seinem LPA-Einstieg bei einer Frankfurter Investment Bank. Berufsbegleitend hat er sich zum CFA und FRM qualifiziert. Hier bei LPA beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit Beratungsthemen rund um den Handel und Vertrieb von Risikomanagement-Produkten.

Jan-Henning Becker
Senior Manager

Kontaktformular



Jan-Henning Becker
Senior Manager

Kontaktformular



Jan-Henning Becker
Senior Manager
Menü